Masterkurs: Soziale Erkenntnistheorie

Die Soziale Erkenntnistheorie weist zu Recht darauf hin, dass unser Wissen zu dem größten Teil nicht durch uns selber erworben wird, sondern auf das Zeugnis anderer zurückgeht und auch auf keine andere Weise erworben werden kann. Zum einen sind wir auf das Zeugnis anderer angewiesen, weil wir schlicht nicht die Möglichkeit haben, alle für uns relevanten Informationen und Kenntnisse selber zu erwerben und zu überprüfen - selbst wenn wir im Prinzip dazu in der Lage wären. Zum zweiten sind wir auf das Zeugnis anderer angewiesen, weil wir in vielen Bereichen des Wissens noch nicht einmal im Prinzip dazu in der Lage sind, die für uns relevanten Informationen und Kenntnisse selber zu erwerben und zu überprüfen, weil wir nicht über die dazu nötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen. In dem Kurs soll der Frage nachgegangen werden, welche Konsequenzen aus diesen Tatsachen für die kritische Überprüfbarkeit von Informationen in einer modernen Wissensgesellschaft folgen und wie man den gesellschaftlichen Wissenstransfer so gestalten kann, dass die Wahrheit der vermittelten Informationen in möglichst hohem Masse gewährleistet ist. Die Beziehung zwischen Laien und Experten spielt dabei eine besonders wichtige Rolle.